Küttiger Anzeiger 2025

Kunstausstellung im Seniorenzentrum Wenn man ans Seniorenzentrum Wasserflue denkt, dann denkt man an Gemeinschaft, feines Essen und einfühlsames Personal, jedoch nicht an Kunst. Aber genau diese war zwischen dem 26. April und dem 9. Mai dort anzutreffen. Urs Bachmann – bald pensionierter IT-Projektleiter- und Kathrin Stefania Misteli –Mitarbeiterin des Seniorenzentrums Wasserflue- haben einige ihrer Werke ausgestellt. Im Interview erzählten sie, wie Kunst für die Beiden ein Ausgleich und eine Ergänzung zum Alltag ist. Bevor man mit Malen anfangen könne, müssen die Künstler aufräumen, sodass es Raum gibt, indem neues entstehen kann. Am schwierigsten sei es immer, vor der leeren Leinwand zu stehen, meint Bachmann. Wenn er aber mal angefangen habe, dann würde es nur so sprudeln. Es geschehe trotzdem immer wieder, dass ein Bild zur Seite gelegt werden müsse und zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgeholt werde. Manchmal würde er ein Bild auch ein oder mehrere Male wieder übermalen, bis es seinen Vorstellungen entspricht. Bei einem bereits gemalten Bild könne er viel unverkrampfter an die Arbeit gehen. Er habe auch schon ein Werk welches er schon als „gescheitert“ habe aufgeben wollen, mit einer Farbpaltete überzogen und dadurch entstand die Grundlage für ein neues Bild. Welches heute zu seinen Favoriten zählt. Bachmann malte schon in seiner Kindheit. In den 80iger Jahren konzentrierte er sich auf Airbrush später widmete er sich den Acryl- und Mischtechniken. Nebenbei kreiert er Karikaturen auf Bestellung. Während Bachmann hauptsächlich Bilder mit Figuren malt, hat Misteli sich für Mandalas und Energiebilder entschieden. Die Basis dieser ist immer gleich; mit einer Drehscheibe grundiert sie und macht Kreise mit dem Zirkel, dann kommen immer feinere Muster dazu. Auch bei Ihr kann es sein, dass die Entstehung eines Bildes mehrere Monate dauert. Misteli malt seit 2021 mit Passion. Angefangen habe alles bei einem Kurs von Martina Schiffer. Sie malt immer mehrere Bilder gleichzeitig, da sie oft irgendwo ansteht und nicht weiterkommt. Mittlerweile hat sie etwa 40 Bilder fertig gestellt und das neben Beruf und Familie. Es ist schwierig, genau die Momente zu erwischen, in denen sie in Stimmung, ihr Geist offen ist und wo alles fliessen kann. Misteli ist wichtig, dass die Energie Ihrer Bilder spürbar ist. Ihr Bild «Die Fülle» zum Beispiel entstand aus der Beobachtung, dass viele Menschen einen Mangel an Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Geld etc. hätten. «Wie würde es sich anfühlen, wenn wir von allem genug hätten?», fragte sich die Künstlerin. Sie fand für sich die Antwort in der Natur, jeder Baum erzeugt Tausende von Blättern und Blüten, die Natur ist immer im Überfluss. Die Farbe Grün passt wunderbar für dieses Thema. «Die Fülle» soll widerspiegeln, wie es sich anfühlt, wenn wir von allem genug haben. Eines von Bachmanns Lieblingswerken in dieser Ausstellung ist „Remember“. Wie bei vielen seiner Bilder durchzieht auch dieses ein Schnitt – ein gestalterisches Element, das für ihn die Existenz selbst widerspiegelt: Brüche, Widersprüche, das ständige Ringen mit unterschiedlichen Seiten des Lebens.Auch wenn viele Bewohnende viel in der Vergangenheit leben, so meint Bachmann dennoch, dass die Frontscheibe grösser sein soll wie der Rück-spiegel. Hier sei man an einem Ort, wo man aber gerne zurückschauen dürfe auf ein reichhaltiges Leben. «Es ist wichtig, im Hier und Jetzt zu sein», meint Misteli und dieses schön zu gestalten. Je mehr jemand gegen Demenz tendiert, desto mehr tragen die Menschen das Herz auf der Zunge und sind geraderaus ehrlich. Dies empfindet sie als sehr erfrischend. Man weiss immer, woran man ist. Möchten Sie sich aktiv beteiligen und etwas Ihrer Zeit den Bewohnenden schenken; Das Team der Aktivierung freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme (062 839 02 11 / aktivierung@wasserflue.ch ) Verfasserin und Redaktion Verein Seniorenzentrum Wasserflue, DS Wasserflue-Splitter "Die Fülle" K. Misteli "Remember" U.Bachmann

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